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Die Zeitschrift

Religion - Staat - Gesellschaft

Zeitschrift f√ľr Glaubensformen und Weltanschauungen
herausgegeben von Gerhard Besier (Dresden) und Hubert Seiwert (Leipzig) in Verbindung mit James A. Beckford (Warwick, UK), James T. Richardson (Reno, USA), Richard Singelenberg (Utrecht) und anderen Kollegen aus dem In- und Ausland

Die Zeitschrift macht es sich zur Aufgabe, √ľber Epochen, L√§ndergrenzen und Disziplinen hinweg dem Ph√§nomen religi√∂ser und weltanschaulicher √úberzeugungen in seinen sozialen und kulturellen Kontexten nachzugehen. Welchen Einfluss haben Religionen in welchen Gesellschaften auf kulturelle und politische Entwicklungen? Wie sind diese Einflussfaktoren zu beurteilen (politische Religion; religi√∂se Politik)? Religionsvergleichende Untersuchungen sollen Entsprechungen und Differenzen herausarbeiten.

Ins Blickfeld sollen sowohl "Weltreligionen" als auch kleinere Denominationen genommen werden. Wie gestaltet sich das Verhältnis religiöser Minderheiten und Mehrheiten in den Ländern Europas, Amerikas, Asiens und Afrikas? Fragen des Zusammenlebens von Menschen mit verschiedenen Religionen (Fragen der Toleranz und angemessener interreligiöser Kommunikation) sind sowohl im Hinblick auf geschichtlich gewachsene Konstellationen als auch auf aktuelle Konflikte zu klären. Ferner ist dem Verständnis von Religionen und Weltanschauungen als Deutungsmächten in Konkurrenz zu anderen Religionsgemeinschaften und profanen Lebensbewältigungshelfern nachzugehen.

Ganz verschiedene Ans√§tze profaner Lebensbew√§ltigungshilfe in Gestalt von Beratung und psychologisch-philosophischer Fortbildung erf√ľllen zuweilen die Funktion von S√§kularreligionen. Oftmals werden sie in der Tradition "politischer Religionen" gesehen und damit einem bestimmten ideologischen Kontext zugewiesen. Inwieweit solche Zuordnungen im konkreten Fall zu Recht bestehen, bedarf der Untersuchung.

Schlie√ülich sollen die √ľberkommenen staatskirchenrechtlichen Modelle (Staatskirchen, Kooperationsmodelle ['hinkende' Trennung] und f√∂rmliche Trennungsmodelle) auf ihre Auswirkungen im Blick auf das jeweilige Gemeinwesen untersucht werden. Haben z.B. unterschiedliche Staat-Kirche-Verh√§ltnisse Konsequenzen f√ľr den Verfassungsgrundsatz der Religionsfreiheit und den der Gleichbehandlung aller religi√∂sen und weltanschaulichen Gemeinschaften in einer Gesellschaft?

Auch der wissenschaftlichen Diskussion √ľber den Religionsbegriff soll Raum gegeben werden. In diesem Zusammenhang ist dem Verh√§ltnis von immanenten und transzendenten Hoffnungen bzw. Heilsvorstellungen nachzugehen. Aus dem Bereich der Einsichtstherapien kennen wir - √§hnlich wie bei Religionen im engeren Sinne - "Konversionen" von einem zum anderen "Paradigma". √Ėkonomische Fragen im Zusammenhang mit der Rolle von Religionen sowohl in ihrem Binnenverh√§ltnis als auch gegen√ľber der Gesellschaft bed√ľrfen intensiverer Studien (Religion als Wirtschaftsfaktor). Neben Sachfragen, die unmittelbare Bedeutung f√ľr die Gegenwart haben, sollen mit gleichem Gewicht historische Aspekte von Religionen und Weltanschauungen behandelt werden und damit religi√∂se Bildung f√∂rdern (Wissen √ľber Religionen).